Zum Inhalt

tested: Jaguar | E-Pace

Da ja seit nunmehr mehr als einem halben Jahr der Jaguar E-Pace in der Magna in Graz gebaut wird, wollte ich selber mal eine Runde drehen und habe mir daher den neuesten Kompakt SUV der Marke Jaguar geholt und habe ihn ausgiebig getestet. Beim Jaguar Händler habe ich dann einen E-Pace fürs ganze Wochenende bekommen und bin erstmal sehr positiv überrascht das ich den Wagen, trotz offensichtlich keiner Kaufabsicht bekommen habe um mal in die “neue” Marke Jaguar und das für diese Marke wohl eher untere Preissegment hinein zu schnuppern. Das erhaltene Modell war ein E-Pace S D180 AWD mit Automatikgetriebe. Im Internet habe ich mal grob drüber gerechnet mit den Features an die ich mich noch erinnern konnte und kam dann auf knapp € 59.000,- (HIER könnt ihr das von mir erstellte Modell anschauen). Das absolute Basismodell fängt jedoch bei € 37.000,- an. Aber egal ob nun bei diesem kleinen Jaguar oder bei anderen Autos und Marken. Wenn man genug Geld hat für so einen kleinen SUV ist man bis zu € 88.835,- los o.O

Vielleicht ist schon der eine oder andere in Werndorf bei Graz beim Cargo-Center vorbeigefahren und hat diese große Werbung gelesen. Dort ist nämlich das Zentrallager des E-Pace.

Natürlich war ich nicht nur auf der Straße unterwegs, für was hat man den schon so einen kleinen SUV wenn man ihn nicht auch mal abseits der Straßen verwenden kann? 🙂 Aber ich habe mehr das Fahrverhalten auf Forst- und Schotterstraßen getestet als das ich auf große Reise ins Gebirge damit ging. Auf der Autobahn fühlt sich der Kleine nicht so wohl. Dazu fehlt ihm ein wenig der Dampf, vor allem oben raus merkt man den kleinen Motor. Dafür fühlt er sich in der Stadt um so wohler. Vor allem wenn man bei jüngeren Menschen vorbeifährt punktet er mit seinem tollen Design. Aber nicht nur außen ist der kleine Jag ein Sahnestück, auch im Innenraum ist er richtig schön gemacht. Er schaut sehr hochwertig aus und es gibt eine Menge coole Spielereien wie z.B. die individuelle Farbgestaltung im Innenraum. Tachoeinheit als Volldisplay ist sehr schön und absolut nicht aufdringlich.

Seitenansicht erinnert eher an ein sportliches Coupe als einen Kompakt SUV, leider auch zu Lasten des Innenraums.

19″ Räder, LED Lichter mit Signatur und Tagfahrlicht. Großer Lufteinlass und sehr sportliche Gesamtoptik.

Angenehmes multifunktionales Lederlenkrad. Sehr viele Knöpfe, jedoch teilweise anders angeordnet als man es von anderen Fahrzeugen so kennt. Vor allem der Lautstärkeregler am Radio ist nicht links sondern rechts. Das soll wahrscheinlich den Fahrer animieren das er alles am Lenkrad steuert, hat mich selber aber gestört. Ebenso das der Ein/Aus-Schalter des Spurhalte-Warnsystemes direkt neben dem Taster für die elektrische Heckklappe sitzt empfand ich als störend. Aber ist man mit dem Kompakten länger unterwegs wird alles vertrauter und man gewöhnt sich schnell daran, dann denkt man auch automatisch nicht mehr über sowas nach 🙂

Trotz Volldisplay Tachoeinheit sehr klassische Aufteilung. Gefiel mir sehr gut!

Besonders cool fand ich auch das Jaguar selbst anscheinend Spaß daran gefunden hat diesen Wagen offensichtlich als frisch und noch nicht ausgewachsen darzustellen. So haben unter anderem die Außenspiegel in der Einstiegsbeleuchtung dasselbe Bild wie die Frontscheibe links unten im Scheibenrahmen. Einen Baby-Jaguar der einem Erwachsenem Exemplar nachschleicht 🙂

Sehr unspektakuläre Ansicht. Aber heutzutage schauen Kunden ja sowieso fast nie mehr unter die Haube.

Schönes Heckleuchtendesign und sehr weit ausgestellte Kotflügel tragen zur sportlichen Optik bei.

Nachdem sich der Kleine tapfer durch Wald und Wiese geschlagen hat, gab es noch ein paar Bilder mit Tarnanstrich.

Was ich als positiv empfand:
Die Gesamtoptik ist echt cool und zeitgemäß, viele neugierige Blicke, vor allem wenn man für ein Shooting mal mitten in der Grazer Stadt stehen beibt. Wenn man den mit Luftfahrwerk auf den Boden knallt und dicke Schlappen raufmacht, ist das sicher ein Fahrzeug welches beim See-Vortreffen oder anderen Upper-Class Events für Aufsehen sorgt. Der Sound beim Diesel, wenn auch nur im Innenraum, künstlich gewachsen. Sehr sehr positiv überrascht war ich vom Kurvenfahrverhalten. Den kleinen Jag kann man echt richtig schnell um die Ecke ziehen ohne das er vorne drüberschiebt. Vom Fahrspaß-Faktor her gesehen sicher das lustigste wenn man sportlich fährt. Er hat auch auf unbefestigten Straßen unheimlich Spaß gemacht, wenn auch die Abschaltung der aktiven Assistenten nur den Eingriff verzögerten. Zumindest schaffte ich es nicht diese komplett zu deaktivieren.
Ich habe mich sehr schnell sehr wohl gefühlt im Innenraum weil im Grunde alles ist wie man es sich bei einem neuen Fahrzeug vorstellt und es zusätzlich sehr hochwertig wirkt.

Was ich als negativ empfand:
Das schlimmste an dem ganzen Wagen ist wohl das Automatikgetriebe. Erst nach mehrmaligen Nachfragen beim Händler musste er selber eingestehen das fast alle Jaguar Modelle dasselbe Problem haben. Man wartet fast immer eine gefühlte Sekunde bis sich was tut. Egal ob vom Stand weg oder beim Fahren. Da hilft es auch nichts in den Sport Modus zu schalten. Bitte Jaguar, dringend ändern! Leider habe ich die Leistungsentfaltung auch als eher mau empfunden. Klar, man darf so einen kleinen 4 Zylinder Diesel Kompakt SUV nicht mit einem X5 M550d vergleichen und sicherlich sagen viele das in Österreich eh nur 130km/h erlaubt sind, aber heutzutage ein sportliches Auto das nur sehr eingeschränkt Spaß macht oberhalb der 120km/h Grenze geht für mich ebenso nicht. Aber im Vergleich zu anderen Stadtflitzern ist er sicher ein richtiger Flitzer 😉
Die Rundumsicht ist natürlich aufgrund der sportlichen Optik sehr kurz gekommen, aber ich denke da kommt man fast nicht dran vorbei. 360° View sollte unbedingt an Board sein wenn man den kauft, das heisst bei Jaguar Surround-Kamerasystem. Wie auch beim Mini Paceman ist der Innenraum eingeschränkt. Das liegt hier ebenso an den sehr kompakten Ausmaßen des Fahrzeuges.

Published in85mm f/1.8nightshotsNikon D600Simitestedvehicles